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Der Autor
Ferdinand Thoma
Hoteldirektor

Kategorie Alpenblick

Kategorie Auerhahn

3. April 2018

Was hat unsere liebe Politik mit der Ferien – Hotellerie zu tun?

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Normalerweise hat die Politik in der Ferien – Hotellerie überhaupt keinen Platz, denn da machen auch Politiker mal Urlaub. Politik wird am Stammtisch gemacht. Wer will sich schon im Urlaub mit seiner Arbeit beschäftigen. Mit unangenehmen Themen will sich doch keiner seine Ferien verderben. Urlaub soll der Erholung dienen und der Alltag muss warten bis diese besonderen Wochen im Jahr vorbei sind.

Gutes Essen, guter Schlaf, Natur pur und die Möglichkeiten für Aktivitäten verschiedenster Art in der Umgebung und im Hotel selbst, das wünschen sich die Gäste heutzutage während ihren schönsten Tagen des Jahres im herrlichen Schwarzwald.

Da gehört auch die Präsenz eines Gastgebers dazu, der sich ab und an um die Belange der lieben Gäste kümmert und sich mit wachem Ohr die Wünsche merkt und umsetzt. Oder im besten Fall sogar Wünsche erkennt, wenn sie noch nicht einmal ausgesprochen sind. Das wiederum benötigt Zeit so ein Feingefühl  zu pflegen.

Hat ein Hotelier heutzutage für so etwas überhaupt noch Zeit?

Definitiv Nein der Hotelier erfüllt in der heutigen Zeit im Büro die Auflagen der Gesetzeswächter, damit er dem nachkommt was die Politik am grünen Tisch entschieden hat. Früher hat sich der Hotelier selbst um seine Gäste gekümmert und ab und an ein Viertele mit getrunken. Heute pflegt er im Büro von morgens bis abends die gesetzlichen Auflagen, damit er ja keine Fristen versäumt. Sonst rügt und bestraft ihn das Finanzamt, die Berufsgenossenschaft, die Beauftragten der Sozialversicherung, das Gesundheitsamt, das Arbeitsamt, das Gewerbeaufsichtsamt, die Bundeszollbehörde etc.

Nicht zu vergessen dabei ist der TÜV, der alle automatischen Schiebetüren, die Lifte, die Heizöltanks und den Gastank regelmäßig prüft. Dann die monatlichen Badewasserprüfungen und die vierteljährlichen Legionellen Prüfungen, die nach der Auswertung direkt an das jeweilige Gesundheitsamt übermittelt werden. Natürlich schreibt jeder eine Rechnung für seinen Einsatz.

Brandschutzauflagen beispielsweise sind heute sehr aufwändig in der Bearbeitung und auch von den Investitionen her meistens mehrfach sechsstellig. In kleinen und mittleren Betrieben muss das beim Chef selbst auf dem Schreibtisch liegen, denn noch mehr Mitarbeiter einzustellen ist durch den Mangel an Fachkräften gar nicht möglich.

Der Hotelier ersetzt dann nebenbei noch den Brandschutzbeauftragten, den Sicherheitsbeauftragten, den Gefahrstoffbeauftragten, den Datenschutzbeauftragten, den Umweltbeauftragten, den Mitarbeitersozialdienst im Inneren mit der Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern und deren Bedürfnisse etc. Er organisiert auch, dass genügend Ersthelfer und Brandschutzhelfer im Betrieb sind. Alleine im Auerhahn sind 16 Ersthelfer von der Berufsgenossenschaft vorgeschrieben.

Außer dem Kaminfeger wird heute auch eine Schädlingsbekämpfungsfirma benötigt, weil der Hotelier anhand des Nachweises dieser Firma das sogenannte (Schädlingsmonitoring) der Gesundheitsbehörde beweisen muss, dass sich in seinem Betrieb keine Schädlinge unerlaubt aufhalten oder gar vermehren. Nudeln aus Mehlwürmern oder knusprige Spießchen von Schaben oder Heuschrecken dürfen aber seit der neuen EU Bestimmung aus 2017 als Proteinspender der Zukunft offiziell verkauft werden.

Er wacht ab 1. 7. 2018 auch darüber, dass er seine Arrangements und Pakete nicht mehr als solches im Internet oder im Prospekt  bezeichnet sind, damit das Hotel nicht als Reiseveranstalter gilt und dann mit empfindlichen Abmahnungen zu rechnen hat, wenn nicht noch mehr immense Dokumentationen wie Sicherungsscheine für Vorauszahlungen und vieles mehr erfolgen. Ein Bestätigungsschreiben für den Gast würde sich dann auf etwa sieben A 4 Seiten ausweiten. Das hat die EU bestimmt, weil England das so wollte. War da nicht was, Brexit????

Er achtet auch genau darauf, dass die 14 Allergene auf jeder Speisekarte immer richtig bezeichnet sind wie es die liebe EU vorschreibt oder er schult seine Mitarbeiter bezüglich dem Nigel nagelneuen Acrylamidgesetz. Das Damoklesschwert schwebt immer darüber und droht mit Bussgeldern bis zu 50000.- Euro.

Er kontrolliert, dass alle Wartungen laut gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind, dass der Sachverständige jedes Jahr die elektrischen Geräte im ganzen Hotel überprüft und dokumentiert, dass die ständigen Neuerungen der Politik umgesetzt werden wie zum Beispiel seit 1. 1. 2017 komplett neue Kassen, weil die Alten nicht mehr den Anforderungen für das Finanzamt entsprachen obwohl sie erst 3 Jahre alt waren.

Da denkt man, das wird es dann aber wohl sein.

Falsch, was ist denn mit der Kontrolle, dass bei allen Hausapotheken das Verbandsbuch pflichtbewusst geführt wird und jeder seine Schürfung oder sein Schnittchen eintragen muss, weil er ein Pflästerchen benötigt. Dann kontrollieren, dass der Hausmeister das Leiternbuch sorgsam führt indem er Sichtprüfungen an jeder Leiter vornimmt und das dokumentiert  und Prüfplaketten anbringt. Auch die Entsorgungsnachweise für Leuchtstoffröhren oder Batterien muss er pflichtbewusst nachweisen und wir dürfen das dokumentieren. Ab und zu komme ich mir auch wie ein Müllschnüffelhund vor, der bei jedem Abfalleimer den Deckel hebt, eine Nase voll nimmt und dann entscheidet ob diese Entsorgung den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Das Mülltrennung insgesamt strikte eingehalten wird ist tägliche Kontrolle.

Das die Kosten dadurch immens erhöht werden mag wohl jedermann klar sein. 

Tja, so ändern sich die Zeiten. Man muss schon sehr, sehr positiv gestimmt sein, damit die Freude am Hoteliers Leben bestehen bleibt.

Wären da nicht viele ganz liebe Gäste, Lieferanten, Handwerker, Mitarbeiter und Dienstleister die man teilweise schon Jahre oder auch Jahrzehnte kennen und schätzen gelernt hat, dann ja dann würde all das keinen Sinn mehr machen. Nur diese Menschen geben Kraft und Auftrieb immer weiter zu machen, so dass diese Arbeit nicht nur Sinn macht sondern auch Freude bereitet.

Mit den besten Grüßen Ferdinand Thoma



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